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Manche Immobilien landen nicht aus freier Entscheidung beim Direktankauf, sondern weil der Weg dahin lang war. Eine Erbschaft, über die sich eine Familie monatelang nicht einigen konnte. Ein Haus, das leer steht und jeden Monat Kosten produziert, ohne dass jemand einzieht. Ein Sanierungsobjekt, das am freien Markt kaum Käufer findet, weil niemand das Risiko beziffern kann. Oder schlicht: Der Verkauf muss bis zu einem bestimmten Termin abgeschlossen sein, und ein langer Bieterprozess passt nicht in dieses Fenster.
Der Direktankauf verspricht in all diesen Situationen Geschwindigkeit und Sicherheit — aber er hat einen Preis. Dieser Artikel erklärt ehrlich, wie hoch dieser Preis typischerweise ist, woraus er sich zusammensetzt, und wann er trotzdem die vernünftigere Entscheidung ist als der klassische Maklerverkauf. Beides hat seinen Platz; es kommt darauf an, in welcher Lage Sie sich befinden.
Beim Direktankauf macht Ihnen ein professioneller Käufer — ein Immobilienunternehmen, ein Projektentwickler oder ein institutioneller Investor — nach einer Besichtigung oder einer Erstbewertung ein konkretes, verbindliches Kaufangebot. Wenn Sie annehmen, folgt der Notartermin. Es gibt keine offene Angebotsphase, keinen Tag der offenen Tür, keine mehrwöchigen Verhandlungsrunden mit mehreren Interessenten.
Die Einfachheit hat einen Grund: Der Direktkäufer übernimmt das Risiko, das beim Maklerverkauf der Markt trägt. Er kauft, ohne zu wissen, ob er zum bestmöglichen Zeitpunkt und zum bestmöglichen Preis kauft. Für dieses Risiko will er eine Gegenleistung — und die schlägt sich im Kaufpreis nieder.
Jede ehrliche Beratung zum Direktankauf beginnt hier: Der Preis eines Direktkäufers liegt typischerweise unter dem, was ein offener Bieterprozess in einem aufnahmefähigen Markt erzielen würde. Über das genaue Ausmaß gibt es keine allgemeingültige Zahl — wer Ihnen eine nennt, ohne Ihre Immobilie zu kennen, schätzt ins Leere.
Was den Abstand bestimmt:
Hier liegt der häufigste Denkfehler: Eigentümer vergleichen den Direktankaufpreis mit einem hypothetischen Höchstpreis — dem besten denkbaren Angebot im günstigsten Bieterumfeld. Das ist kein fairer Vergleich. Realistisch ist der Vergleich mit dem Nettoerlös aus dem Maklerverkauf nach allen anfallenden Kosten.
Was beim Maklerverkauf typischerweise noch abgeht:
Wer diese Kosten ehrlich abzieht und die Wartezeit einpreist, findet oft, dass der reale Abstand zum Direktankaufpreis kleiner ist als der nominale. Das bedeutet nicht, dass der Direktankauf immer besser ist — aber die Rechnung verdient mehr Sorgfalt, als sie oft bekommt.
Hinweis: Die Maklercourtage-Regelung richtet sich nach § 656c BGB. Stand: September 2026.
Ausgangspunkt jeder seriösen Ankaufsbewertung ist der Verkehrswert — und der wird in Niedersachsen durch die regionalen Gutachterausschüsse dokumentiert. Die Bodenrichtwerte aller Gemeinden sind öffentlich einsehbar über das BORIS-NI-Portal des Landes Niedersachsen. Sie zeigen den typischen Bodenwert je Quadratmeter unter bestimmten Nutzungsarten — der Ausgangspunkt, bevor Bebauung, Baujahr, Zustand und Lagemerkmale ins Gewicht fallen.
Wer eine unabhängige, rechtssichere Einschätzung benötigt, kann beim zuständigen Gutachterausschuss ein Verkehrswertgutachten beauftragen. Die Gutachterausschüsse in Niedersachsen sind beim Landesamt für Geoinformation und Landesvermessung Niedersachsen (LGLN) angesiedelt. Ein solches Gutachten kostet Zeit und Geld — schützt Sie aber davor, einem Direktkäufer zu viel zuzugestehen, weil Sie selbst keinen Orientierungspunkt haben.
Niedersachsen ist flächenmäßig das zweitgrößte Bundesland Deutschlands — und kein einheitlicher Immobilienmarkt. Wer im Großraum Hannover oder in Wolfsburg verkauft, sitzt in einer grundlegend anderen Ausgangslage als ein Eigentümer im Landkreis Lüchow-Dannenberg, im Emsland oder in der Wesermarsch.
Diese regionalen Unterschiede spiegeln sich direkt in den Bodenrichtwerten wider, die der Gutachterausschuss des jeweiligen Landkreises oder der kreisfreien Stadt ausweist und die über BORIS-NI für jeden einsehbar sind.
Die Grunderwerbsteuer zahlt in Deutschland grundsätzlich der Käufer — nicht der Verkäufer. In Niedersachsen beträgt der Steuersatz 5 % des beurkundeten Kaufpreises (§ 1 GrEStG in Verbindung mit der landesrechtlichen Festsetzung). Das belastet Ihre eigene Abrechnung nicht direkt, senkt aber indirekt die Preisbereitschaft aller Käufer, weil diese den Aufwand einrechnen müssen. Ein Direktkäufer hat diese Position bereits kalkuliert und bietet entsprechend netto — ohne dass Sie als Verkäufer im Nachhinein noch Abzüge erleben.
Hinweis: Steuersätze können sich ändern. Der hier genannte Satz gilt für Niedersachsen. Stand: September 2026. Weitere Informationen beim Niedersächsischen Finanzministerium.
Der Direktankauf ist dann die vernünftige Wahl, wenn eines oder mehrere der folgenden Kriterien auf Ihre Situation zutreffen:
Es gibt ebenso klare Situationen, in denen der freie Markt deutlich mehr einbringt — und in denen der Direktankauf keine sinnvolle Abkürzung, sondern ein vermeidbarer Preisverlust wäre:
Schauen Sie im BORIS-NI-Portal nach, was der Bodenrichtwert für Ihre Lage ausweist. Das ist kein Kaufpreis und kein Gutachten — aber es schützt Sie davor, völlig ohne Referenz in ein erstes Gespräch zu gehen und Angebote nicht einordnen zu können.
Ein einziges Angebot gibt Ihnen keine Vergleichsbasis. Holen Sie mindestens zwei ein. Vergleichen Sie nicht nur den Preis, sondern auch die Verbindlichkeit des Angebots, die genannte Abwicklungsgeschwindigkeit und — soweit prüfbar — die wirtschaftliche Bonität des Käufers. Ein Angebot, das drei Wochen später unter Verweis auf eine Finanzierungsbedingung zurückgezogen wird, war kein Angebot.
Zählen Sie beim Vergleich mit dem Maklerweg die laufenden Kosten der Vermarktungszeit hinzu, und ziehen Sie die Maklercourtage sowie eventuelle Vorbereitungskosten ab. Das ist die Zahl, die zählt — nicht der Bruttopreis des Maklerangebots, der selten das ist, was am Ende auf Ihrem Konto ankommt.
Der Notartermin schützt Sie — aber ein Kaufvertrag kann Klauseln enthalten, die Sie benachteiligen: Rücktrittsrechte, die einseitig formuliert sind, unklare Regelungen zu übernommenen Lasten oder Übergabeterminen. Lassen Sie ihn vor der Unterschrift von einem Rechtsanwalt prüfen, wenn Sie unsicher sind. Das ist Orientierung und ersetzt keine individuelle Rechtsberatung — aber bei einem Betrag dieser Größenordnung ist der Aufwand angemessen.
immozeit mit Sitz in Kornwestheim arbeitet in Niedersachsen über Partner vor Ort — von Hannover und Braunschweig bis Göttingen und Osnabrück. Es gibt kein eigenes Büro in Niedersachsen. Das Modell ist aber darauf ausgelegt, dass jemand mit regionalem Marktwissen die Bewertung vornimmt, nicht jemand, der die Region nur vom Bodenrichtwertportal kennt.
Wenn Sie wissen möchten, ob der Direktankauf für Ihre Immobilie in Niedersachsen infrage kommt — und zu welchem Preis — nutzen Sie das Formular auf dieser Seite. Keine Verpflichtung, kein Telefonverkauf, keine Kosten. Nur eine erste Einschätzung, damit Sie entscheiden können, ob der nächste Schritt für Sie sinnvoll ist.
Über den Autor
Redaktion · Immozeit Ankauf
Das Redaktionsteam von Immozeit Ankauf. Wir schreiben über den Immobilienmarkt in der Region Stuttgart, Ludwigsburg und Kornwestheim — aus der täglichen Praxis unseres inhabergeführten Maklerbüros.
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